Leih - Oma und Opa Service

 

Bericht aus der Lindauer Bürgerzeitung vom 23.04.2022


Wenn ich alt bin, werde ich Leihoma“
Kolpingsfamilie Lindau Viele Familien wären glücklich,
wenn sich liebe Großeltern für die Sprösslinge fänden


Viele Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine Leihoma oder einen Leihopa.
Denn oft wohnen die eigenen Großeltern weit weg oder sie sind selten verfügbar,
weil sie selbst noch berufstätig sind. Oder sie sind schon verstorben.
Die Kolpingsfamilie Lindau fördert den generationenübergreifenden
Austausch, indem sie Leihomas und Leihopas an interessierte Familien vermittelt.


Thomas Dirmeier, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Lindau, und seine Frau brachten die Idee für den Leihoma und -opa- Service aus Ravensburg mit.
2009 begann schließlich die Leihoma-Vermittlung durch die Kolpingsfamilie in Lindau. Waren es am Anfang zehn Leihomas, die sich meldeten, um Familien und ihren Nachwuchs zu unterstützen, sind es derzeit leider nur noch fünf.
„Das hat verschiedene Gründe“, erzählt Elisabeth Stoffers.


Sie kümmert sich ehrenamtlich um die Koordination dieses Dienstes, organisiert den regelmäßigen Austausch der Leihgroßeltern untereinander und begleitet sie gern auch fachlich bei ihrem Engagement. „Vor allem die Coronapandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen hat natürlich dazu beigetragen, dass sich keine neuen Leihgroßeltern gemeldet haben“, sagt sie.
Dabei ist die Warteliste von Familien, die dringend eine Unterstützung von einer liebevollen Leihoma gebrauchen könnten, lang. Und viele Kinder wünschen sich sehnlichst, einfach jemanden zu haben, der Zeit für sie hat.


Die Leihomas - und gern auch dazugehörige Leihopas - schenken den Kindern Zeit zum Beispiel zum Vorlesen, zum Spielen, sie gehen mit ihnen spazieren, fahren mit den Kindern Bus, erzählen mit ihnen, hören ihnen zu, backen mit ihnen Kuchen und Plätzchen... eben alles, was Großeltern so tun.
„Da sind teilweise schon tolle Beziehungen entstanden“, berichtet Thomas Dirmeier. Und genau darum geht es: „Ziel ist es, langfristige Beziehungen aufzubauen, die allen Beteiligten gut tun“, bringt es Elisabeth Stoffers auf den Punkt.
Natürlich ist es schön, wenn die Mama einen Nachmittag in der Woche - das ist der übliche Zeitaufwand, den die Leihomas erübrigen sollten - für sich hat: um Besorgungen zu erledigen, in Ruhe putzen oder arbeiten zu können oder auch mal nur was für sich zu tun.
Aber die Leihgroßeltern bekommen auch etwas zurück. Kein Geld, denn es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, aber sie finden Generationen übergreifenden Austausch, sinnvolle und bereichernde Stunden mit jungen Familien und deren Kindern und das gute Gefühl, gebraucht zu werden.


Ulrike Guilliard ist von Anfang an als Leihoma der Kolpingsfamilie im Einsatz. Als sie nach Lindau zog, war sie Mutter von drei erwachsenen Kindern, die alle nicht in der Nähe wohnten. Damals suchte sie eine ehrenamtliche Tätigkeit und hat die Aufgabe einer Leihoma für sich entdeckt.
Inzwischen unterstützt sie schon die 4. Familie, indem sie ihnen etwas von ihrer Zeit schenkt und sich einmal in der Woche um die Kinder kümmert. Denn vor allem Eltern jüngerer Kinder - das fängt schon im Säuglingsalter an - fragen die Dienste der Leihomas nach.
Sie ist der Leihoma-Vermittlung selbst dann treu geblieben, als ihre Kinder ganz in die Nähe zogen und ihr mehrere eigene Enkelchen geschenkt haben, die natürlich auch nicht auf die Oma verzichten möchten.
„Es geht ja nur um einen Nachmittag in der Woche, den ich als Leihoma im Einsatz bin. Die Zeit nehmeich mir.
Und für meine eigenen Kinder und Enkel bin ich selbstverständlich auch da. Sie können immer auf mich zählen. Aber das heißt nicht, dass ich jeden Tag rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Es wäre ja schlimm, wenn ich alles, was mich außer meiner Familie interessiert, aufgeben würde und nicht darauf achte, was ich brauche“, erzählt sie, wie sie es handhabt, anderen Menschen wertvolle Zeit zu schenken, ohne sich dabei selbst zu vergessen.
Ihre Damen-Canasta- Runde ist ihr dabei genau so wichtig wie das Seniorenwandern mit dem Alpenverein oder nette Radtouren.


„Das hält fit und man bleibt jung“, hat sie für sich die Erfahrung gemacht.
Auch Karl und Hilde Kohler aus Oberholz/Hergensweiler können es sich wohl kaum mehr vorstellen, wie es ohne ihre Enkelkinder Annalena, Miriam und Manuel wäre. Als Hilde knapp 70 Jahre alt war und Karl auf die 80 zusteuerte, stürzten sie sich in das Abenteuer, einer Familie als Leihgroßeltern unter die Arme zu greifen. Die Kinder sind schon lange nicht mehr klein und müssen ständig beaufsichtigt oder beschäftigt werden.

Und trotzdem freuen sie sich, auch heute noch mindestens einmal pro Woche bei den Leihgroßeltern zu sein, die nun auf ihren 80 und 90. Geburtstag zusteuern. Zeit, Liebe, Geduld und Geborgenheit ist es, was die Kinder an ihren Leihgroßeltern schätzen und das wünschen sie auch anderen Kindern, die nicht in der glücklichen Situation sind, leibliche Großeltern oder wenigstens eine Leihoma zu haben.


Die Kolpingsfamilie würde sich sehr freuen, wenn ältere Menschen, die eine sinnvolle Beschäftigung suchen und Kinder lieben, etwas von ihrer Zeit (einen festen Nachmittag in der Woche) an junge Familien verschenken möchten. „Wenn Sie bereit sind, auf die Familien einzugehen und zu schauen,
was die brauchen, wenn Sie nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern kommunizieren können und gern Ihren Erfahrungsschatz weitergeben möchten, dann melden Sie sich doch bitte beiunserer Leihoma-Vermittlung
– gern auch im Doppelpack mit einem genau so lieben Opa“, wirbt Elisabeth Stoffers für den Service der Kolpingsfamilie Lindau.

Die Kosten für entsprechende Versicherungen und Supervisionen übernimmt die Kolpingsfamilie. Trauen Sie sich: Werden Sie Leihoma und Leihopa! Sie werden dringend gebraucht.


Kolpingsfamilie Lindau
Ansprechpartnerin für die Leihoma-Suche und für die Vermittlung von
Leihomas und -opas an interessierte Familien:
Elisabeth Stoffers
Tel.: 0 83 82/2 82 54
E-Mail: stoffers-elisabeth@web.de
www.kolping-lindau.de/Leih-Oma-und-Opa-Service


 

Anbei der Bericht der Lindauer Bürgerzeitung als PDF Datei

 

 

Kontakt:

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Telefon: +49 8382 888880

Mail: info@kolping-lindau.de


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Mail: jugend@kolping-lindau.de

 

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